Gewinner 2016

Die Print Media Academy in Heidelberg und der Fachaustausch Geoinformation bildeten auch in 2016 den Rahmen für die Preisverleihung.

Papierlos, aber nicht planlos

Die Baustelle der Zukunft ist papierlos, aber keineswegs planlos. Dafür sorgt der "Leitfaden Tiefbau 3Dplus" der Firma MTS Maschinentechnik Schrode AG aus Hayingen. Sie erhielt dafür den ersten Preis beim Landeswettbewerb des „European Satellite Navigation Competition 2016“ (ESNC). Mithilfe der Positionsbestimmung durch Satellitensignale verbessert der Leitfaden von MTS die Abläufe bei Tiefbau-Projekten. Der Vorteil: Abläufe und Pläne werden elektronisch abgeglichen. Mehr erfahren Sie in der Pressemeldung und dem Film von einer Pilotbaustelle, beide s.u. Die Erstellung dieses Imagefilms ist übrigens Teil des Preises.

Die weiteren Preisträger:

Im Straßenverkehr sind sehbehinderte Menschen besonders gefährdet. Abhilfe verspricht die Lösung der beim ESNC gut bekannten AFUSOFT Kommunikationstechnik GmbH aus Königsbach-Stein. Sie sorgt für eine exakte Positionsbestimmung und kommuniziert diese Daten an Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer. Geschäftsführer Professor Erich Franke erhielt dafür beim ESNC-Baden-Württemberg Challenge 2016 den zweiten Preis. In den Jahren 2008, 2010 und 2013 war er bereits Landessieger.

Wo werden Fahrradwege am dringendsten benötigt? Diese Frage beantwortet die mit dem dritten Preis ausgezeichnete Anwendung des Netzwerks GeoNet.MRN e.V. und der SAP SE. Sie wertet reale Bewegungsdaten aus um zu zeigen, wo Fahrradfahrer tatsächlich unterwegs sind. So können Fahrradwege auf Basis des tatsächlichen Bedarfs geplant werden. Im Zuge des E-Bike-Booms kommt diese Möglichkeit gerade richtig – erleichtert sie doch den Aufbau einer vom Autoverkehr unabhängigen Infrastruktur. Den Preis in Emfang nahmen Christiane Bauer von der SAP und Hartmut Gündra von GeoNet.MRN.

Wer sein Fahrrad liebt, setzt auf den Biketector. Diese Lokalisierungslösung bildet die Basis für moderne urbane BikeSharing-Konzepte und lokalisiert auch gestohlene Fahrräder. Die nützliche Anwendung der TWT GmbH Science & Innovation aus Stuttgart erhielt den Sonderpreis beim diesjährigen ESNC. Kriterien für die Vergabe waren die im Beitrag erkennbare internationale Vernetzung und der Kooperationswunsch mit polnischen Partnern. Verbunden war der Preis mit einem Reisekostenzuschuss zum Besuch einer SatNav- oder it-Veranstaltung in Polen, die Dr. Dominik Grether für einen Besuch der "Third International Conference on Artificial Intelligence and Pattern Recognition (AIPR2016)" im polnischen Lodz nutzte. Er und seine TWT-Kollegin Dr. Jenny Malig wurden ausgezeichnet.

Die Gruppenbilder (von oben nach unten) zeigen den Landessieger Reiner Schrode in der Mitte zwischen Stefan Engelhard und Carsten Günther. Den polnischen Generalkonsul Andrzej Osiak, Dominik Grether und Jenny Malig (beide TWT) in der Mitte. Hartmut Gündra (GeoNet.MRN) und Christiane Bauer (SAP SE) in der Mitte. Roswitha Franke und Erich Franke mit den Jury-Mitgliedern Carsten Günther, Stefan Engelhard und Dieter Geiger. Reiner Schrode beim Erhalt des Schlüssels für sein neues Büro im Technologiepark Tübingen Reutlingen TTR und mit Astronaut Ernst Messerschmid in der Mitte. Neben den für zwei Jahren mietfreien TTR-Büro erhielt der MTS-Firmenchef 1.000 Euro und ein YouTube-Video über den "Leitfaden Tiefbau 3Dplus".

Erste Klicks bekam das YouTube-Video vom Preisträger auch sogleich. Die Presseresonanz war sehr erfreulich. So berichtete beispielsweise die SWR-Landesschau und der Regionalsender RTF1.

Gewinner 2015

Bild: ESNC

Walter Naumann vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell hat mit dem Tracking-System „Icarus“ den ersten Platz belegt: Mit bisher unerreicht kleinen Mini-Sendern können zukünftig kleinste Tiere auf ihren Wanderungen beobachtet werden. Durch die Überwachung via Raumstation ISS kann die Verfolgung zudem – bis auf die Polgebiete – auf der ganzen Erde erfolgen, ob an Land oder im Wasser. Zweiter wurde eine Gruppe Studierender der Dualen Hochschule Heidenheim mit dem Projekt „Impeditio“, einem Notrufsystem für Motorradfahrer. Das Unternehmen MagicMaps GmbH aus Pliezhausen belegte mit „LiveMaps“, einer App für die Koordination auf Großbaustellen, den dritten Platz. Gratulation an die Preisträger!

Bild: ESNC
Notrufsystem für Motorradfahrer „Impeditio“, Studenten-Projekt der Dualen Hochschule Heidenheim, belegt Platz 2. Bild: IHK

Gewinner 2014

Bild: Jan Kobel

Echt präzise

Bild: GeoNet.MRN

Das Maximale aus handelsüblichen Sensoren herausholen, war das Ziel des NAVKA-Projektes. Die Doktoranten Julia Diekert, Andreas Hoscislawski und Jan Zwiener und die Wissenschaftler Stephan Batke und Axel Lorenz entwickelten eine komplett neue Plattform für die präzise Echtzeitnavigation, kurz NAVKA für "Navigations-Algorithmen und -Plattformen Karlsruhe" genannt. Gemeinsam mit ihrem Chef Professor Reiner Jäger erhielten sie dafür nun in Heidelberg den ESNC-Landespreis. Der zweite Platz ging an die Absolventin der deutschen Fachhochschule in Jordanien Sabine Zureikat für "Follow me". Ein Team um 2007-Sieger Gerhard Bernot und Dr. Gerhard Lörcher von MagicMaps GmbH erzielten den dritten Platz.

Ein schöner Erfolg ist auch das internationale Abschneiden 2014: Ein Teilnehmer aus Baden-Württemberg wurde in das ESA-Programm aufgenommen und NAVKA wurde weltweit dritter von insgesamt 434 Einreichungen!  

Bilder: Jan Kobel und GeoNet.MRN

Sieger 2013: Weniger Salz bitte!

Zehn Prozent Streusalz lässt sich zukünftig einsparen. Erich Franke von der AFUSOFT GmbH wurde für die Erweiterung seiner intelligenten Einsatzdatenerfassung für den Winterdienst mit dem ersten Platz prämiert. Diese auf Schwarmintelligenz beruhende Unterstützung der Fahrer basiert auf der bestehenden Einsatzdatenerfassung von AFUSOFT. Die verrichtet in Hessen bereits seit 2008 ihren Dienst und dokumentiert zuverlässig das auf die Fahrbahnen verstreute Salz.

Für Franke war es bereits der dritte Erfolg. Nach 2009 und 2010 siegte er nun auch 2013. Glückwunsch nach Königsbach-Stein!

Hagel und andere Unwetter verursachen Schäden - insbesondere an Feldfrüchten. Gemeinsam mit der Vereinigten Hagelversicherung VVaG entwickelte die Firma Heidelberg Mobil International GmbH eine App zur Schadensregulierung. Dafür erhielten die beiden Unternehmen nun den zweiten Platz beim Baden-Württemberg Challenge 2013. Tim Christoph Hahn nahm den Preis stellvertretend für das ganze Team entgegen. Der dritte Platz wurde vergeben an ein neuartiges Flugzeug. Es startet als Quadrocopter um anschließend als Doppeldecker weiter zu fliegen. Die Landung oder die Abgabe der Ladung erfolgt wieder punktgenau als Quadrocopter. Vorteil der Kombination: Der Doppeldeckerflug schont die Batterie deutlich und reagiert unempfindlich auf Böen. Die drei Brüder Michael, Simon und Tobias Weißenmayer und Matthias Enkelmann nehmen den Schwung ihrer Garagenentwicklung mit und suchen nun Partner für ihr Open Source Luftroboter-Projekt.

Gewinner 2012: Emotionen messen

Es ist eine Kunst ein Schaufenster so zu gestalten, dass es das Zielpublikum anspricht. Emotionen müssen geweckt werden, damit aus einem Passant zunächst ein Betrachter und schließlich ein Kunde wird. Helfen kann dabei zukünftig EmoCityMap, der Gewinnerbeitrag Baden-Württemberg 2012 und Viertplatzierter beim internationalen Wettbewerb. Herzstück der Anwendung ist ein Armband das im Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim (GESIS) von Dr. Georgios Papastefanou entwickelt wurde. Sein Partner Hartmut Gündra von der Heideberger geomer GmbH liefert die Positionierung, damit die Emotionen dem richtigen Schaufenster zugeordnet werden.

Denkbar knapp

Denkbar knapp mit einer 2:3 Entscheidung in der Jury ist der Beitrag "Distributed Ground Station Network - a global system for tracking and communication with small satellites as an open service" von Andreas Hornig dem Armband unterlegen. Der Student der Luft- und Raumfahrttechnik überzeugte mit seinem Konzept für Parasiten-Satelliten. Die Jury musste kräftig recherchieren um sicher zu gehen, dass es sich hierbei nicht um eine Idee ohne Realisierungspotenzial handelt. Bei teuren Weltraumprojekten mit sehr langen Laufzeiten muss zumeist ganz kurzfristig beim Start noch Fracht zugeladen werden. Dann schlägt die Stunde der Parasiten-Satelliten. Mit aktueller Technik lösen sie aktuelle Problemstellungen ohne teurem Launch - und die Hornig-Groundstation sorgt dafür, dass die Himmelsbegleiter auch wiedergefunden werden. 

Zwei dritte Plätze

Dass man sich auch mächtig über einen dritten Platz beim ESNC freuen kann bewiesen die 16 Studenten des MOTAVI-Teams der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim. Zwei Varianten ihres Motorradhelms mit integrierter Navigationsfunktion entwicklelten sie bis zum Prototyp. Besonders die frühzeitige Einbeziehung vieler Industriepartner und die professionelle Herangehensweise überzeugten die Jury.

Ebenfalls Dritter wurde 2007-Sieger Gerhard Bernot. Sein "EGNOS enabled ©M3 Geo Pointer & ©M3 Logbook" vereinfacht Vermessungen und Dokumentationen auf dem Bau. So ist bei einem einfachen Straßenaufbruch die notwendige Dokumentation via Smartphone-Snapshot erledigt - Dank EGNOS sogar gerichtsfest.

Gewinner 2011: Drachensystem zur Stromerzeugung

Acht Studenten sind die Sieger des Baden-Württemberg Challenge 2011. Ihr aus zwei Drachen bestehendes Kraftwerk macht Wind zu Strom. Tatkräftig unterstützt wird das "SkyAmps"-Team der Dualen Hochschule in Heidenheim von über 10 Unternehmen. Den Gesamtsieg verpassten sie mit diesem Beitrag nur knapp: Hinter den USA belegeten sie den zweiten Platz. Geld- und Sachpreise von über 10.000 Euro nahmen Jens Rieder und seine Kommilitonen bei der Preisverleihungszeremonie in Heidelberg in Empfang.

Den zweiten Platz belegte 2008- und 2010-Sieger Erich Franke. Sein Sicherheitssystem für LKWs detektiert Schnitte in der Plane und alarmiert die Sicherheitsdienste. Platz drei ging an Mitarbeiter von Astrium und DLR. Ihr Kontrollsystem sorgt für die Einhaltung der Exportbestimmungen für Krisenregionen. Stellvertretend nahm Dr. Wolfgang Kogler von Astrium die Auszeichnung in Empfang.

Die Geld und Sachpreise wurden zur Verfügung gestellt vom GIS-Spezialisten geomer, dem Schulungsanbieter für Geoinformationssysteme ESRI, dem Hersteller von Karten und Navigationsanwendungen für Fahrradfahrer MagicMaps,
dem Hersteller von Fahrerinformations- und Assistenzsystemen Krämer Automotive sowie vom Technologiepark TTR in Reutlingen und Tübingen.

Die Preisübergabe erfolgte durch den Mittelstandsbeauftragten der Landesregierung Peter Hofelich im Rahmen des Fachaustausches Geoinformation in der Print Media Academy in Heidelberg.

Gewinneridee 2010: Fledermäuse detektieren

Fledermäuse sind schützenswert. Wieviele es wo gibt, lässt sich bisher nur schwer ermitteln. Noch schwieriger ist die Untersuchung ihrer nächtlichen Routen, denn die üblichen GPS-Sender-Halsbänder sind ja eher für größere Tiere ausgelegt. Die Kenntnis der genauen Anzahl und des Verhaltens der Fledermäuse liefert Rückschlüsse auf den Zustand von Äckern, Wiesen und Seen. Auch Bauwerke und Straßen könnten mit dieser Information besser geplant und gebaut werden. Erich H. Franke von der Remchinger AFUSOFT Kommunikationstechnik GmbH, bereits Preisträger 2008, hat die passende Lösung für die nachtaktiven Tiere gefunden. Das auf vier Bodenstationen basierende System aus Geräuschanalyse und genauer Ortsbestimmung war der beste Beitrag des Jahres 2010.

Die Preisverleihung fand in dem auch als "gute Stube des Landes" bezeichneten Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Auch der Gewinner des zweiten Platzes war ein Altbekannter. Der erste Landessieger des Wettbewerbs Gerhard Bernot von BERNOT Information Technology in Konstanz wurde für seine Anwendungsidee „M3 Media – Entdecke die Welt – auf den Spuren von Alexander von Humboldt“ prämiert. Platz drei gewann das junge Team um Matthias Rosenberger von der Treems GmbH, das sogleich Geschäftssinn bewies: Nicht nur ein exakt definierter Regenwaldbaum wurde beim Stehempfang an die Teilnehmer veräußert. Gewinner des Spezialpreises des Forums für anwendungsbezogene Satellitennavigation und mobile IT Baden-Württemberg wurde Wolfgang Inninger vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. Die prämierte Anwendungsidee „DAGObert – satellitengestützte Koordination von
Gefahrguttransporten“ macht die Gefahrguttransporte zukünftig sicherer.

Gewinner 2009: Schwimmbrille mit GPS-Empfänger gewinnt

Frank Schubert heißt der Landessieger des European Satellite Navigation Competition 2009. Der Student aus Rottweil erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis für seine Schwimmbrille mit GPS-Empfänger. Erfreulich ist auch das Abschneiden aus Landessicht bei den Spezialpreisen: Dr. Raphael Volz aus Loffenau wurde für sein Outdoor-Navigationssystem nogago für smartphones ausgezeichnet. Einen zweiten Platz beim ESA-Spezialpreis erzielte der Baden-Württemberg-Sieger 2007 Gerhard Bernot für sein © Galileo M3 Logbuch für ein mobiles Maschinen Management.  

        

Die Gewinneridee für die Schwimmbrille stammt vom leidenschaftlichen Schwimmer Schubert. Die Ausarbeitung der Umsetzung wurde in einem internationalen Studentenworkshop vorgenommen. Mit in Schuberts Team waren Studenten aus Dänemark, Indien, Österreich und Schweiz. Nicht nur das für Schwimmer lästige orientieren am Ufer wird mit den "Guides Goggles" der Vergangenheit angehören, auch sehbehinderten Sportlern wird das Schwimmen im offenen Gewässern ermöglicht.

Die beiden zweiten Plätze im Landeswettbewerb gingen an Michael Hubschneider und Andreas Schellmann von der Karlsruher PTV AG.
Sie erhielten die Auszeichnung für den PTV-Sicherheits-Guide für Lastkraftwagen. Dr. Jörg Föller, vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Straubenhardt, wurde für seinen Beitrag zur Unterstützung der Logistik in der Forstwirtschaft geehrt.

Gewinner 2008 Die Kombination macht’s

Die Kombination macht’s: Die Afusoft Kommunikationstechnik GmbH aus Remchingen verknüpft die Signale von Satellitennavigation, Mobilfunk und Funketiketten zu einem dichten Überwachungsnetz für Lager und Transporte. Das System schützt wertvolle Frachtstücke und gefährliche Güter vor Diebstahl und vermeidet falsches Beladen. Für die bereits zum Patent angemeldete Idee erhielt Geschäftsführer Erich H. Franke des in Nordbaden ansässige Unternehmen den baden-württembergischen Regionalpreis im internationalen Satellitennavigationswettbewerb.
Peter Hall and Christin Edwards erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Gesamtpreis 2009 für ihre Anwendung für die Lebensrettung auf See. Mit dem Konzept Unholy Places erreichten Georg Broxtermann und Jörn Rehse vom Karlsruher Unternehmen Orbster GmbH beim internationalen Ideenwettbewerb den zweiten Platz beim Spezialpreis für Games.

Gewinner 2007

Der Landessieger 2007 ist Gerhard Bernot mit seinem Galileo Postman. Die Anwendung unterstützt den Postbote bei seiner Tour. Zu jeder Sendung können  Zusatzinformationen hinterlegt werden, die der Postbote bei der Zustellung berücksichtigt. Bernot konnte Dank des Preises eine vielversprechende Kooperation mit einem großen Unternehmen eingehen.


Der Gesamtsieger und damit Galileo Master 2007 ist Zhaharia Dragos aus Frankreich. Er trägt mit seiner Idee zur Verbesserung von Finanztransaktionen bei. Er nutzt dazu geschickt das Zeit und Positionssignal für einen Verschlüsselungsmechanismus. Das jetzige Primzahlsystem verliert aufgrund der sich schnell entwickelnden Comptertechnologie stetig an Sicherheit. Dragos erweitert mit seiner Idee das bestehende System zu einer weitaus sichereren Methode.